
Am Anfang war das Ei:

So also schaut es aus, wenn eine Griechische Landschildkröte das Licht der Welt erblickt. Wie war das doch gleich mit dem sogenannten Eizahn und dem Durchbrechen am Eipol? Man liest es immer wieder in allerlei Büchern - gewiß kommt das auch ab und an vor; wie eben das Ei in der Nestgrube zu liegen kommt. Die dem Eizahn eigene Bedeutung wird m. E. vielfach fehl- oder überbewertet. Ähnlich verhält es sich mit der Fähigkeit zu klettern und dem Willen, als unüberwindlich geltende Hindernisse erfolgreich zu bezwingen. Schildkröten sind sehr hartnäckig, man kann es auch als Sturheit interpretieren. Schildkröten sind Einzelgänger - so liest man es auch immer wieder. Das ist nicht falsch! Es besagt aber nicht, daß einzeln gehaltene Exemplare "glücklicher" als Tiere in einer +/- großen Gruppe sind; im Gegenteil! Landschildkröten sind tagaktive Tiere - auch so ein, anscheinend unausrottbares Vorurteil! So wie es Menschen gibt, welche als ausgesprochene Nachtschwärmer gelten, genauso gibt es Schildis, die eine Vorliebe für nächtliche Wanderungen haben. Freilich auch nur wenn im Sommer die Temperaturen angenehm sind. Schildkröten brauchen viel Wärme um sich wohlzufühlen - auch das stimmt so keineswegs! Richtig ist hingegen, daß alle europäischen Land- und Wasserschildkröten ohne Sonne nicht überlebensfähig sind und Sonne ist viel mehr als pure Wärme, eine Kunstsonne kann immer nur ein - leider nicht unverzichtbarer - Krückstock sein. Das ist eine Tatsache, die man leicht erkennt wenn man der Frage nachgeht, warum eigentlich in unseren mitteleuropäischen Regionen die Landschildkröten vor Unzeiten ausgestorben sind. Gleiches Schicksal steht auch den einheimischen Sumpfschildkröten und Smaragdeidechsen, welche derzeit noch in kleinsten Inselpopulationen hier leben unmittelbar bevor...
Nun, nicht dieses Ei war es, was die Welt mit der Urmutter aller Schildkröten beschenkte :-) Doch sie ahnen sicher schon, daß es eine gewisse Zeit braucht, ehe aus so einem kleinen Wesen eine erwachsene Schildi wird, welche nun ihrerseits in der Lage ist ein erstes, noch recht bescheidenes Gelege zu produzieren. Es ist auch absolut ungewiß, ob diese erste Generation überhaupt den Unwirtlichkeiten des realen Lebens gewachsen sein wird. Nicht, daß die kleinen Tierchen etwa unvollkommen wären, nein, sie sind mit allem ausgestattet was auch eine jugendliche Schildi hat - nur eines fehlt ihnen: Die entsprechende Größe. Sie sind also kleiner, haben kürzere Beinchen und damit sind sie zuallererst einmal Beute für allerlei Getier, allen voran die schlauen Krähenvögel. Ähnlich verhält es sich mit aquatilen Schildkröten die ihren Zehnten beim Verlassen der Nestgrube auf dem Wege zum "schützenden" Wasser an lauernde Möven entrichten müssen. Meeresschildkröten versuchen den "Durchbruch" nach Einbruch der Dunkelheit - gäbe es keine engagierten Menschen die sich um den Schutz der Nestgruben bemühen, dann gäbe es vermutlich schon keine Meeresschildkröten mehr weil ihre Gelege vor der Zeitigung von Raubzeug, vor allem zweibeinigem, geplündert würden. Die Eier wurden in Unmengen zu billigem Öl verarbeitet - Raubbau ohne Risiko!
Nachzuchten:
Wir haben ständig Jungtiere in verschiedenen Altersstufen, im Bild noch nicht verkäufliche ca. einjährige T. hermanni, abzugeben. Europäische Land- und Steppenschildkröten verkaufen wir grundsätzlich nicht vor dem zweiten Sommer; das heißt das die Tiere bei uns zweimal ihre Winterruhe halten konnten. Damit sind sie aus dem Gröbsten raus und es kommt auch nicht mehr zu unerklärichen Ausfällen wie das bei Schlüpflingen im ersten Sommer zwar selten aber durchaus nicht ungewöhnlich ist.

Grundsätzlich geben wir unsere Nachzuchten ausschließlich an Selbstabholer ab. Versand ist ausgeschlossen, diesbezügliche Anfragen werden nicht beantwortet.
Wir verkaufen juv. Landschildkröten ausschließlich in der Saison, also in den Monaten Mai bis September, ggfs, noch Anfang Oktober wenn das Wetter eben danach ist. Somit sollte klar sein, daß wir auch keine Weihnachtswünsche erfüllen die über die Ausstellung eines Gutscheines hinausgehen. Das Wohl der Tiere hat für uns oberste Priorität und deren Biorhythmus hat sich in Millionen Jahren so als Erfolgsmodell herauskristallisiert daß wir ihn nicht stören wollen.
Wenn Sie zu uns kommen, vergessen Sie nicht Ihren Personalausweis oder Reisepaß. Wir sind gesetzlich verpflichtet, Sie als neuen Tierhalter behördlich zu registrieren und diese Registrierungsdaten werden dann auf dem Dienstweg an die für Sie zuständige Behörde übermittelt. Das entbindet Sie nicht von der Pflicht, ihrerseits die neuen Tiere bei Ihrer Behörde anzumelden. Sie sind auch verpflichtet, die Ihnen übergebenen Dokumente - EU Bescheinigung und Fotodokumentation gewissenhaft zu verwahren und weiter zu führen. Wenn Ihr Tier nicht hundertprozentig anhand Ihrer Dokumente identifiziert werden kann, ist ihre Haltungserlaubnis erloschen! Das haben nicht wir uns so ausgedacht sondern der Gesetzgeber und den Anlaß dafür haben eine Reihe gewissenloser und geldgeiler Tierschinder geliefert. Solchen Auswurf der Menschheit trifft man leider allenthalben an. Der Amtsschimmel versucht das möglichst einzudämmen, gänzlich verhindern kann es niemand.
Wenn Sie Fragen zu diesem ganzen Procedere haben, dann beantworten wir diese gern. Für die Haltung von ein oder zwei Tieren ist der Gesamtaufwand aber weder vom Arbeitsumfang noch von der finanziellen Seite her eine Belastung. Wenn Sie eine größere Gruppe halten möchten, benötigen Sie allerdings eine Gehegegenehmigung. Sie sollten diese einholen, bevor Sie die Tiere kaufen. Uns ist bisher zwar kein Fall einer Versagung bekannt geworden doch einer muß ja mal den Anfang machen :-)
Aufzucht & Erkrankungen:
Die meisten Fehler mit oft irreversiblen Schäden passieren in der Aufzuchtphase. Das beginnt schon mit der irrsinnigen Behauptung, die Jungtiere dürfen in den ersten Jahren keine Winterruhe halten. Das Gegenteil davon ist richtig! Die Jungtiere müssen zwingend diese Ruhephase durchleben, nur so ist ihnen die Chance auf größtmögliche Lebenserwartung gegeben. Anders ausgedrückt reduziert die Verweigerung des Winterschlafes das Lebensalter beträchtlich. Ein weiterer, oft empfohlener Irrsinn ist die Einschaltung der Kunstsonne nur zu den Fütterungszeiten. Wer das tut, der ermordet seine Schildkröte systematisch denn die Physiologie dieser Tiere orientiert sich nicht am Stromzähler sondern an den klimatischen Bedingungen in ihrem angestammten Lebensraum. Da der sich nicht auf einem Vulkan befindet, ist es gleichfalls irrsinnig, eine Bodenheizung zu kaufen. Dennoch passiert das immer wieder und die Käufer glauben auch noch, damit etwas gutes zu tun - weil sie es in einem Buch so gelesen haben. Wer nicht bereit oder in der Lage ist, sich das nötige Wissen aus seriösen Quellen zu erschließen, die nicht unerheblichen Aufwendungen für das Wohlbefinden seiner Tiere zu tragen, der soll bitte davon gleich Abstand nehmen!
Wir wollen hier nicht einen Berufsstand diskriminieren, möchten dennoch eindringlich davor warnen, den Worten eines gewerblichen Zoohändlers bedingungslosen Glauben zu schenken. Gehen Sie ruhig davon aus, daß selbiger in erster Linie vom verkaufen lebt und betrachten wir uns die heutigen Großvertriebsformen über Baumärkte etc., dann hat das mit einem wirklichen Fachhandel überhaupt nichts zu tun. Freilich gibt es auch positive Ausnahmen - nur sind die meistens nicht eben mal "um drei Häuser".
Schildis geben wir erst ab, wenn sie mindestens zwei Winter bei uns geschlafen haben. Sie sind dann schon etwas robuster und unangenehme Überraschungen so gut wie ausgeschlossen. Aber! Allein die Verbringung eines Tieres an einen anderen Ort stellt für dieses eine erhebliche Streßsituation dar und erfordert viel Einfühlungsvermögen vom neuen Tierhalter. Sollte der Pflegling einmal erkranken, dann können Sie damit eben nicht einfach einen beliebigen Tierarzt aufsuchen. Reptilienkrankheiten sind kein Ausbildungsinhalt für Tierärzte. Dafür gibt es einige wenige Spezialisten, welche sich mit diesem Metier intensiv befassen. Einige für Säuger sehr gut verträgliche Medikamente beispielsweise führen bei Schildis zum Tode! Andere Präparate müssen in einer vielfach höheren Dosierung verabreicht werden, als das für Säuger - immer bezogen auf die jeweilige Körpermasse - verträglich ist um überhaupt wirken zu können.
Ganz allgemein kann gesagt werden, daß Schildkröten - wie auch andere Reptilien - zu den sehr "leidensfähigen" Tieren gehören und z.B. äußerliche Verletzungen größten Ausmaßes nahezu problemlos selbst ausheilen können. Sogar die Wunden amputierter Gliedmaßen verheilen meistens ohne weiteres Zutun - in der freien Natur! Äußerliche Verletzungen kann und wird jeder praktizierende Veterinär zufriedenstellend behandeln! Keinesfalls sollten Sie selbst mit irgendwelchen Mittelchen eigene Versuche unternehmen. Halten Sie als erste Hilfe ein verletztes Tier sauber und in einem geschlossenen, fliegenfreiem Raum bei optimaler Temperatur - Wärmelampe - mit der Möglichkeit des Rückzuges in einen etwas kühleren Bereich des Behälters. Über die weitere Behandlung sollte der Tierarzt Ihres Vertrauens möglichst bald entscheiden. Ein guter Rat: Die beste Prävention besteht im aufmerksamen Beobachten seiner Pfleglinge. So wird man Verhaltensanomalien jeglicher Art sofort feststellen. Es hat nichts mit Panikmache zu tun, wenn man sich über meist tödlich verlaufende Schildkrötenkrankheiten ausgiebig informiert. Wir haben einen Link gelegt, der auf eine exzellente Homepage führt und direkt das für jeden Schildkrötenhalter so wichtige Kapitel öffnet. Folgen sie dem Link auf Evas Herpesseite, dem besten Informationsportal das wir kennen.
Es gibt ein Vielzahl niedergelassener Veterinäre, die sich auf Heimtiere spezialisiert haben. Die allerwenigsten von denen sind allerdings kompetent, wenn es sich um Reptilien und im speziellen um Probleme bei Schildkröten handelt. Zu speziell ist dieses Gebiet, als daß eine TA-Praxis allein davon existieren könnte. Nachfolgend haben wir hier einen Link auf eine Seite, wo aufgrund gemachter Erfahrungen vieler Schildkrötenhalter einige Veterinäre, nach Postleitzahlen geordnet abgerufen werden können. Da es für viele Tierhalter doch recht weite Wege sein können, empfiehlt sich eine vorherige telefonische Konsultation in jedem Falle. Bitte nutzen Sie die Spezialisten bei unklaren Diagnosen, inneren Erkrankungen.
Aktuelle Abgabetiere:
Sie können bei uns ausschließlich eigene Nachzuchten unterschiedlichen Alters erwerben. Wie schon weiter vorne angesprochen, geben wir keine Tiere ab, die nicht mindestens zweimal bei uns Winterruhe gehalten haben! Geschlechtstiere müssen mindestens 4 - 5 Jahre alt sein um eine sichere Aussage zu ermöglichen. Da wir auch aus Platzgründen nicht jedes Jahr Gelege zeitigen, sind auch nicht alle Jahrgänge vertreten. Derzeit haben wir noch wenige Expl. aus 2004, weitere Tiere der Jahre 2005 und 2007 sowie 2009 sind vorhanden; letztere ehestens ab 2011 im verkaufsfähigen Alter, also nur was zum anschauen. Das trifft so auch auf die in 2010 zu erwartenden Schlüpflinge zu.
Um Ihnen einen Überblick und einen Eindruck von den Körpermaßen und -massen zu ermöglichen, finden Sie hier einige Links, welche typische Tiere in verschiedenen Fotos zeigen. Die Links sind nur während der Verkaufssaison aktiv!
2004 2005 2007 2009 2010 Bilder der Zuchtanlagen und von vielen unserer Tiere finden Sie in unserer SZS-Galerie.